Köln: Mietensprung bei Neubauten – Schwund bei Sozialwohnungen

Der Kölner Mietmarkt verschiebt sich immer weiter hin zu teuren Wohnungen. Das zeigt der von der  Stadt  herausgegebene  Bericht „Wohnen in Köln – Fakten, Zahlen und Ergebnisse 2012“. Mieten für günstige Wohnungen steigen weiterhin an, in der günstigsten Kategorie (Baualtersgruppe bis 1960) in den letzten zwanzig Jahren um 37,9 %. Neubau findet dagegen immer mehr nur in den obersten Preissegmenten statt: Bei den Neubauten ab 2005 zeigt sich ein Sprung in der Miete von 9,00 Euro in 2010 auf 9,85 Euro in 2013 (S. 11). Michael Weisenstein, Ratsmitglied und für Die Linke im Stadtentwicklungsausschuss, dazu:

„Die Privatwirtschaft baut teure Wohnungen, weil dort am meisten zu verdienen ist. Günstige Wohnungen werden dagegen kaum gebaut. Dabei können schon jetzt viele Familien ihre Miete kaum noch bezahlen.“ Die Zahl der Wohnungen im geförderten Wohnungsbau sinkt dramatisch. Überstieg in den 90er Jahren die Zahl geförderter Wohnungen pro Jahr mehrfach die 2 000er Marke, so wurden in 2012 nur noch 210 Mietwohnungen gefördert (S. 27). Dies reicht bei Weitem nicht, um die Wohnungen zu ersetzen, die aus der Sozialbindung herausfallen. Durch dieses Missverhältnis sank der Anteil an Sozialwohnungen zwischen 2002 und 2012 von 12,0 % auf 7,5 % und wird in den kommenden Jahren weiter fallen (S. 9). Die vom Land für sozialen Wohnungsbau als Förderung angebotenen zinsgünstigen Kredite wurde in 2012 nicht ausgeschöpft. Das gleichartige Angebot der Stadt Köln wurde nicht einmal angetastet. Der Bericht nennt als Ursachen das allgemein niedrige Zinsniveau, die hohen zu erwartenden Mieten ohne Sozialbindung sowie die Baukosten und  Grundstückspreise. Michael Weisenstein dazu: „Der Versuch, den privaten Wohnungsbau durch Anreize zu beeinflussen, versagt in der Kölner Situation. Deshalb muss die Stadt Investoren bei größeren Projekten zum Bau von Sozialwohnungen verpflichten und sie muss deutlich mehr als bisher selbst bauen!“ Die Ratsfraktion setzt sich daher für ein Kooperatives Baulandmodell und für eine Stärkung der stadteigenen Wohnungsgesellschaft GAG ein.

Quelle: http://www.linksfraktion-koeln.de

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