Eine Lösung für die E-Scooter muss gefunden werden!

KÖLN. Seit Weihnachten ist es den Nutzern von E-Scootern nicht mehr möglich, die Fahrzeuge der Kölner Verkehrsbetriebe zu benutzen. Elektrorollstühle sind nicht betroffen. Die wesentlichen Unterschiede zwischen E-Scooter und Elektrorollstuhl sind: Die Scooter werden über eine Lenkstange ähnlich wie bei einem Moped gelenkt. Die klassischen E-Rollstühle über einen Joystick. Oft sind die Scooter wesentlich länger als eine E-Rollstuhl. Der Scooter braucht zum Manövrieren mehr Platz als der E-Rollstuhl. Die Scooter sind in den lezten Jahren auf dem Vormarsch.

Immer mehr Menschen nutzen das Gerät, um am öffentlichen Leben teil haben zu können. Seit Weihnachten sind die mobilitätseingeschränkten Menschen, die auf einen Scooter angewiesen sind, bei der KVB ausgeschlossen. Viele Senior/-innen und gehbehinderte Menschen konnten somit über die Weihnachtsfeiertage ihre Freunde und Familen nicht besuchen. Begründet wurde diese Maßnahme durch ein Gutachten des Studieninstituts für unterirdische Verkehrsanlagen, welches die Standsicherheit von E-Scootern im Linienbusverkehr untersucht hat, allerdings nur theoretisch. Es kommt zu dem Ergebnis, dass bei einer Gefahrenbremsung eine Kippbzw. Rutschgefahr für diese Transportmittel besteht.

Behindertenverbände und -organisationen sind über das Beförderungsverbot empört. Die demokratischen Fraktionen und Gruppen im Kölner Rat kritisierten das plötzliche Beförderungsverbot vor Weihnachten. Der Landesbehinder

tenbeirat NRW fordert in einer Resolution vom 9. Januar die Rücknahme dieses Verbotes. Der Ausschluss einer wachsenden Gruppe mobilitätseingeschränkter Personen von der Nutzung des ÖPNV und insbesondere derjenigen, die aufgrund ihres Gesundheitszustandes keine alternative Fortbewegungsmöglichkeit als den E-Scooter haben, ist ein nicht hinnehmbarer Zustand. Während in Hamburg, Berlin, Bremen und vielen anderen Städten die E-Scooter weiterhin im ÖPNV befördert werden und Düsseldorf die Beförderung nur in Bussen ausschließt, hat die KVB ein Verbot für Busse und Bahnen erlassen.

In der Verkehrsausschusssitzung im Januar diesen Jahres stand die KVB Rede und Antwort. Es wurde mitgeteilt, dass im ersten Quartal 2015 reale Tests durchgeführt werden. Hierbei soll die Stadtfestigkeit der E-Scooter bei einer realen Bremsung überprüft werden. Bis Ostern soll das Ergebnis feststehen. In anderen Städten sind solche Tests bereits durchgeführt worden – mit schlechtem Ergebnis.

Sollten die realen Tests in Köln und NRW auch zu dem Ergebnis kommen, dass die Stadtfestigkeit der Scooter nicht gewährleistet ist, muss über technische Nachrüstung in Kölns Stadtbahnen nachgedacht werden. Die Frage nach Platzverbrauch und den Kosten für solche Nachrüstungen darf nicht den Ausschlag geben, denn die Stadt und ihre Unternehmen sind dem Ziel der Inklusion verpflichtet.

Bild: wheelchair von indrarado auf flickr.com.
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