Köln: Bebauungsplan darf nicht zur Vernichtung von Industrie-Arbeitsplätzen führen!

Proteste der gut 100 Beschäftigten des Kalker Anlagenbauers MBE Cologne für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze im traditionellen Kalker Industriegebiet auf dem ehemaligen KHD-Gelände an der Dillenburger Straße.

Akut gefährdet sind diese Arbeitsplätze deshalb, weil das von MBE zurzeit als Industriegebiet genutzte Gelände mit einem neuen Bebauungsplan zu einem Gewerbegebiet umgewidmet werden soll. Dabei war der ursprüngliche Anlass für die Neuplanung lediglich der Ausbau des Gymnasiums auf dem Gelände des ehemaligen Krankenhauses (mittlerweile im Abriss). Geregelt werden darin auch die neuen Nutzungen der mehrere hundert Meter vom Werksgelände der MBE entfernten ehemals vom Autonomen Zentrum genutzten KHD-Flächen an der Wiersbergstraße. Und nach Partei übergeifendem Konsens in der Bezirksvertretung Kalk sollte die Neuplanung ermöglichen, dass die industriellen Arbeitsplätze erhalten bleiben.

Nachdem die Verwaltung jedoch auch die von MBE genutzten Flächen an der Dillenburger Straße in den Plan aufgenommen hat und eine Umwidmung vorschlägt, bewertet die IG Metall Köln in einer Ende März auf ihrer Internetseite veröffentlichten Erklärung die Folgen für das Unternehmen so:

„Durch die Umwidmung der Flächen in Gewerbegebiet können die dann zulässigen Lärmemissionen für einen voll ausgelasteten Betrieb nur mit millionenschweren Investitionen eigehalten werden. Eine Nachtschicht wäre gar nicht möglich.“

Diese Erklärung schließt mit der Forderung, „dass eine industrielle Nutzung der Flächen nördlich der Dillenburger Straße weiter möglich ist.“

Auch der Verein Rheinische Industriekultur spricht sich für eine Fortsetzung der industriellen Nutzung aus, da die von MBE genutzten Gebäude unter Denkmalschutz stehen. Den Erhalt der Industriedenkmäler sieht der Verein am ehesten gewährleistet, wenn sie genutzt werden. Ein ähnliches Schicksal wie das der benachbarten und vom Abriss bedrohten ebenfalls denkmalgeschützen Hallen kann so vermieden werden.

Diesen Forderungen schließt sich Die Linke im Rat und in der Bezirksvertretung ausdrücklich an.
Noch in der Sitzung des Wirtschaftsausschusses im November hat die Verwaltung erklärt, dass die Planung den Fortbestand des Unternehmens nicht gefährde. Und nicht nur deshalb sehen wir die Stadt in der Pflicht, den Erhalt der industriellen Arbeitsplätze nicht unmöglich zu machen. Denn das Grundstück, auf dem die von einem indischen Konzern übernommene ehemalige KHDTochter Anlagen für die Zementindustrie herstellt, wurde von der Sparkasse im Auftrag der Stadt mit dem ausdrücklichen Ziel erworben, in einem der ältesten Industriegebiete der Stadt möglichst viele industrielle Arbeitsplätze zu erhalten.

An dieser wirtschaftspolitischen Zielstellung hält Die Linke fest, weil Köln industrielle Wertschöpfung als Grundlage der wirtschaftlichen Entwicklung braucht. Für MBE muss deshalb in Kalk eine Lösung gefunden werden, die ausschließt, dass eine Planung, die das Werksgelände nicht einmal unmittelbar betrifft, industrielle Arbeitsplätze vernichtet.

Bild: Köln von György Soponyai auf flickr.com
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