Dokumentiert: Mehr Geld für Leihbeschäftigte 

In der dritten Verhandlungsrunde über die Tariferhöhungen für die Beschäftigten in der Leiharbeit haben sich die DGB-Gewerkschaften mit den beiden Arbeitgeberverbänden BAP und iGZ auf ein Ergebnis geeinigt.

Tariflöhne steigen jährlich bis 2019

Das Verhandlungsergebnis sieht eine Laufzeit von 36 Monaten bis Ende 2019 vor. Damit läuft der zukünftige Entgelttarifvertrag genauso lange wie schon der letzte Abschluss aus dem Jahr 2013. Die Einigung sieht, beginnend 2017 bis 2019, jährlich Tariferhöhungen für die Beschäftigten in der Leiharbeit vor. Die Tarifentgelte steigen in diesem Zeitraum zwischen 2,5 und 3,0 Prozent jährlich im Westen. Für die Beschäftigten im Osten steigen die Löhne in dieser Zeit jährlich um 4,0 und 3,5 Prozent.

Mehr Geld für die unteren Entgeltgruppen

Besonders berücksichtigt werden bei den Tariferhöhungen die unteren Entgeltgruppen. So steigt das Tarifentgelt der Entgeltgruppen 1 und 2 im Westen bis 2019 um 20 Prozent stärker als in den höheren Entgeltgruppen. Ähnliches gilt für die unteren Entgeltgruppen im Osten. Auch hier steigen die unteren Entgeltgruppen bis zu 20 Prozent stärker. Durch die überproportionale Erhöhung wird auch der Abstand der Leiharbeitstarife zum gesetzlichen Mindestlohn deutlich vergrößert. Nach Berechnungen der DGB-Tarifgemeinschaft wird dieser Effekt bis 2019 anhalten und anwachsen.

Ostangleichung durchgesetzt

Mit diesem Tarifabschluss wird auch die überfällige Angleichung der Ostentgelte an die Westtarife sichergestellt. Das Verhandlungsergebnis sieht vor, dass ab 1. April 2021 die Entgelttabelle für den Osten wegfällt und dann die Westtabelle für ganz Deutschland gilt. Damit haben die DGB-Gewerkschaften durchgesetzt, dass für die Ostbeschäftigten zusätzlich zu den 12 Prozent Lohnerhöhungen bis 2019 auch der bestehende ca. elfprozentige Lohnunterschied beseitigt wird.

Wichtige Ziele erreicht

Mit diesem Verhandlungsergebnis ist die Tarifgemeinschaft der DGB-Gewerkschaften bei wichtigen Zielen vorangekommen. Sowohl die Abschaffung der Ost-West-Differenz als auch die stärkere Anhebung der unteren Lohngruppen konnte durchgesetzt werden. Die Ost/West-Angleichung war von Leiharbeitsbeschäftigten in einer Umfrage mit fast 67 Prozent Zustimmung als sehr wichtig angesehen worden. Auch die stärkere Anhebung der unteren Entgeltgruppen war mehr als 75 Prozent der befragten Leihbeschäftigten sehr wichtig. Beides konnte mit dem erzielten Ergebnis erreicht werden.

Januar 2017 tagt Tarifkommission

Wie üblich bei Verhandlungsergebnissen ist die Einigung noch nicht rechtskräftig und mit einer Erklärungsfrist bis 31. Januar 2017 versehen. So kann das Verhandlungsergebnis in den kommenden Wochen innerhalb der Gewerkschaften beraten werden. Auch der Vorstand der IG Metall wird sich in seiner Klausur im Januar 2017 damit befassen und die bundesweite Tarifkommission der IG Metall für Leiharbeit wird das Ergebnis in ihrer Sitzung am 20. Januar diskutieren und darüber befinden.  Tarifinformationen IG-Metall Vorstand

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