Köln: Luftreinhalteplan – Autoverkehr mit Anreizen reduzieren …

Die Kölner Luft ist vielerorts schadstoffbelastet. Am Clevischen Ring in Mülheim werden die zulässigen Grenzwerte für Stickoxide dauerhaft überschritten. Durch eine Klage der Deutschen Umwelthilfe droht nun dort ein Fahrverbot. Der eilig überarbeitete Luftreinhalteplan soll Abhilfe schaffen. – In der Beschlussvorlage der Kölner Stadtverwaltung werden als mögliche Maßnahmen unter anderem Diesel-Fahrverbote und die City-Maut genannt. Diese hatte der Umweltdezernent Dr. Rau in der Pressekonferenz vorgestellt und einen wahren Sturm der Entrüstung geerntet. Auch die Oberbürgermeisterin distanzierte sich von Teilen der Vorlage, nachdem sie sie einen Monat zuvor schlussgezeichnet und damit für die Beratungen im Rat und den Ausschüssen frei gegeben hatte. Das ist unseriös und schlechter Stil gegenüber den Mitarbeitern.

Die Verwaltung führt in ihrer Beschlussvorlage 25 mögliche Maßnahmen zur Reduzierung der Stickoxidbelastung in Köln auf. Zusätzlich werden elf Vorschläge der Deutschen Umwelthilfe aufgeführt, die mit ihren Klagen die aktuelle Diskussion ins Rollen gebracht hatte. Nach Einschätzung der Verwaltung wird eine Kombination von Maßnahmen nötig sein, um eine wirkliche Verbesserung zu erreichen. Da kann es doch nicht sein, dass wir wirksame Maßnahmen vor jeder Beratung fallen lassen, nur weil sie sich im Facebook-Feed als unpopulär erweisen!

Mit Anreizen, das Auto stehen zu lassen und stattdessen mit der Bahn zu fahren, können wir die Luftbelastung in Köln schnell und deutlich reduzieren. Wenn wir Leute zum Umstieg bewegen wollen, dann müssen wir ihnen eine Alternative zum Auto bieten. Wir brauchen zusätzliche Bahnen auf den Linien 4 aus Schlebusch und 1 aus Bensberg. Für andere Pendlerstrecken brauchen wir elektrische Schnellbusse. Auf mittlere Sicht müssen wir mehr Park&Ride anbieten, Linien verlängern und neue, z.B. nach Leverkusen bauen.

Busse und Bahnen sind im Vergleich zum Auto zu teuer. Wie kann es sein, dass jemand, der auf einem Park&Ride-Platz parkt und mit der Bahn in die Stadt fährt, mehr zahlt als jemand, der in der Innenstadt für vier Euro am Tag parkt? Unsere Antwort darauf ist das Einwohnerticket, das über eine allgemeine Umlage finanziert wird. So können wir Busse und Bahnen preisgünstig und attraktiv machen!

Wenn wir keine Reduzierung des Autoverkehrs schaffen, dann werden Fahrverbote gerichtlich durchgesetzt werden, denn der jetzige Zustand ist ein andauernder Verstoß gegen geltendes Recht. SPD, CDU und FDP leugnen diese Realitäten, und machen ihren Wählern weis, es könne alles bleiben wie es ist. Wenn diese Parteien jetzt von einer Benachteiligung oder Bevormundung der Autofahrer sprechen, dann ignorieren sie, dass die jetzige Situation das Ergebnis ihrer verfehlten Politik ist.

Über Jahrzehnte haben sie Verkehrswege nur mit Blick auf den PKW gebaut. Fußgänger, Radfahrer, Busse und Bahnen wurden an den Rand gedrängt. Die Folgen dieser Bevorzugung des Autos sind Stau, Lärm und eine Stadtluft, die krank macht. Wir brauchen jetzt eine Kölner Verkehrswende und dafür muss das Auto Platz abgeben!

Michael Weisenstein, Köln,
Jörg Detjen
, Köln

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: