Linke Christinnen und Christen mischen sich ein

Auf der Homepage des Landesverbandes Hessen der Linken ist eine Reihe von Veröffentlichungen der LAG anzuschauen: http://die-linke-hessen.de/site/über-uns/zusammenschlüsse/lag-linke-christinnen-und-christen.html

Bereits im Februar 2015 hat sich die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Linke Christinnen und Christen im Landesverband der Partei Die Linke in Hessen gegründet. Die LAG will jetzt, wenn möglich, sich ausweiten und strebt an, innerhalb der Partei eine Bundesarbeitsgemeinschaft zu werden.

In ihrer Erklärung heißt es:

„Gerechtigkeit und Frieden für alle Menschen ist unser gemeinsames Ziel. In dieser Lage wissen wir uns mit den Einsichten der weltweiten Christenheit einig:

Die ökumenische Weltversammlung von über 350 Kirchen in Busan/Südkorea: „Auf diese Weise droht das vorherrschende globale Wirtschaftssystem […] dem Leben, wie wir es kennen, ein Ende zu setzen.“

Nicht anders der Papst: ‚Diese Wirtschaft tötet.’

Wir wissen: Die Wirtschaft tötet nicht immer und überall, aber öfter als wir glauben. Die Wirtschaft darf nicht über Leichen gehen. Die Armen sind der Maßstab für Gerechtigkeit. Christen und Christinnen schauen hin und mischen sich ein. Unter Berufung auf die biblischen Traditionen und auf die Einsichten der Kirchen weltweit wollen sie eine andere Politik.

Mit Johannes Chrysostomus (4. Jahrhundert) sagen wir: ‚Die eigenen Güter nicht mit den Armen zu teilen bedeutet, diese zu bestehlen und ihnen das Leben zu entziehen. Die Güter, die wir besitzen, gehören nicht uns, sondern ihnen‘.“

Aufgabe der Landesarbeitsgemeinschaft ist es, so die Erklärung im Gründungsaufruf, Christinnen und Christen in der Partei und in der Gesellschaft eine Stimme zu geben. Kritisiert wird, daß sich nicht alle Kirchen in Deutschland klar gegen Krieg als Mittel der Politik, gegen Rüstungsexporte als Teil dieser Politik und gegen die damit einhergehende Militarisierung der Gesellschaft aussprechen. Für linke Christinnen und Christen sei es — so heißt es in der Erklärung der LAG — unabdingbar, die Friedensfrage sowie die soziale und die ökologische Frage nicht zu trennen. Die Kirchen werden aufgefordert mit dem kapitalistischen Staat zu brechen, damit sie „frei werden, die befreiende Botschaft des Evangeliums für die Armen zu verkünden“. Bekräftigt hat das Grundlagenpapier die gemeinsamen Werte, die Die Linke und Christinnen und Christen verbinden.

„Sie reden vom Kampf gegen Arbeitslosigkeit und machen die Hartz-IV-Gesetze. Sie reden vom Frieden schicken Soldaten in alle Welt. Die Linke ist die einzige Partei, die sagt, was Sache ist: Hartz IV ist ein Kampf gegen die Armen und Auslandseinsätze sind Kriegseinsätze. Weil ich als Christ für Gerechtigkeit und Frieden kämpfe, unterstütze ich Die Linke,“ so erklärt Dr. Franz Segbers, alt-katholischer Priester, Professor für Sozialethik, Universität Marburg, sein Engagement.

„Seit 25 Jahren protestieren die Ordensleute für den Frieden vor der Deutschen Bank in Frankfurt/M. gegen den Kapitalismus mit dem Slogan: Unser Wirtschaftssystem geht über Leichen.“ Das ist die Position der „Ordensleute für den Frieden“ für ihre Mitarbeit.

„Ich unterstütze Die Linke, weil sie diejenige Partei ist, die mit der christlichen Vorstellung ernst macht, daß Ge-rechtigkeit aus dem Blickwinkel der Armen entwickelt werden muß. Wenn die Kernländer Europas mit Hilfe der Akteure auf den Finanzmärkten anderen Ländern ihr Modell aufzwingen wollen, so ist dies Erpressung, ein Klassenkampf von oben“, deshalb arbeitet Hartmut Futterlieb, evangelischer Religionspädagoge, in der LAG mit.

Die Auffassungen der LAG zu Themen wie Religionsfreiheit, Arbeitsrecht in kirchlichen Einrichtungen, Trennung von Kirche und Staat, Krieg und Frieden sind weitgehend anschlußfähig an den Diskurs, den die „Politischen Berichte“ dazu führen.

Karl-Helmut Lechner, Norderstedt

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